Dobbrikower Wolfsrudel

MAZ vom 06.03.2018

Wolfsrudel darf nicht getötet werden

Die Brandenburgische Wolfsverordnung ist erst einen Monat alt. Doch schon jetzt ist der erste Antrag auf Tötung mehrerer Wölfe abgelehnt worden. Ein Landwirt aus Potsdam-Mittelmark hatte den Abschuss gefordert und mit zwei Wolfsrissen 2017 begründet. Für das Landesumweltamt reichte das jedoch nicht aus. Der Bauernverband kritisiert die Entscheidung scharf.

MAZ vom 07.03.2018

So reagieren Bauern auf Wolfs-Entscheidung

Das Dobbrikower Wolfsrudel steht derzeit im Mittelpunkt einer hitzigen Debatte. Ein Bauer hatte den Abschuss des Rudels beantragt, das Landesumweltamt lehnte den Antrag ab. Nun gehen die Landwirte in Teltow-Fläming auf die Barrikaden.

Die Landwirte aus Teltow-Fläming wollen den Kampf gegen Wölfe offenbar verschärfen. Für Freitag (Anmerk.: 08.03.2018) ist eine Wolfswache in Jänickendorf anberaumt. „Dort werden wir zu den aktuellen Entwicklungen Stellung nehmen und unseren Unmut kund tun“, sagt der Vorsitzende des Kreisbauernverbandes Teltow-Fläming, Helmut Dornbusch.

In der kommenden Woche sollen die Wölfe dann auch auf der Präsidiumssitzung der Kreisbauern Thema sein – und dabei werden laut Dornbusch womöglich sogar rechtliche Schritte diskutiert.

Das Dobbrikower Rudel beschäftigt viele Tierhalter

Für die Bauern in Teltow-Fläming ist diese Entscheidung nicht nur deshalb bedeutsam, weil es sich um die erste Entscheidung dieser Art in Brandenburg handelt. Das Rudel, um das es geht, ist zudem das sogenannte Dobbrikower Rudel, das sich m Naturpark Nuthe-Nieplitz rund um das Dorf Dobbrikow angesiedelt hat. Dieses Rudel beschäftigt zahlreiche Tierhalter im Raum Trebbin, Nuthe-Urstromtal und Ludwigsfelde.

Denn von den 92 Wolfsrissen, die im Jahr 2017 in Teltow-Fläming gemeldet und bestätigt wurden, dürften den Orten nach etwa 40 auf das Konto des Dobbrikower Rudels gehen. Unter anderem meldeten Tierhalter in Berkenbrück, Hennickendorf und Frankenförde mehrfach gerissene Kälber. Acht gerissene Schafe in Blankensee und sechs in Großbeuthen fallen wohl ebenfalls in das Revier des Dobbrikower Rudels.