Karge Böden - karge Wälder

Die Karte der potenziellen natürlichen Vegetation weist im Bereich der Nassen Heide eine Besonderheit auf. Unter natürlichen Bedingungen würde auf den armen Standorten potenziell Drahtschmielen-Eichenwald im Komplex mit Flechten-Kiefernwäldern stocken. Flechten-Kiefernwälder wachsen auf den ärmsten Standorten an der Trocken- und Nährstoffgrenze bodensaurer Wälder und unterscheiden sich durch ihre geringe Wuchsleistung und die wenig entwickelte Krautschicht stark von anderen Kiefernwäldern. Wichtigstes Kennzeichen dieses Sand- und Silikat-Kiefernwaldes ist ihre gut ausgebildete Flechten- und Moosschicht auf einer geringen Humusauflage.

Die Flugsanddecken und Binnendünen im Bereich der Nassen Heide werden aktuell von flechtenarmen Weißmoos-Kiefernwälder, örtlich mit Draht-Schmiele, besiedelt. Bemerkenswert ist, dass diese Weißmoos-Kiefernwälder sogar artenärmer als Flechten- Kiefernwälder sind (HEINKEN 2008). Die Wissenschaft ist sich noch uneinig darüber, ob Weißmoos-Kiefernwälder in Mitteleuropa Schlusswaldgesellschaften auf sehr armen Standorten sein können.